Kurzer Einblick in unseren allsonntäglichen Familienwahnsinn:
Morgens früh weckt mich Gebrüll aus dem Wohnzimmer. Klar, ist ja Sonntag und der Fernseher hat eine Kindersicherung! 😛
Also quäle ich mich aus dem warmen Bett und stolpere so schnell ich kann die Treppe herunter. Im Kopf gehe ich schon jegliche Streitschlichtungsstrategien durch, sehe mich Pflaster kleben und Strafen verteilen.
Unten angekommen zeigt sich mir ein verheerendes Bild. Das kleine Blühwürmchen sitzt tränenüberströmt und lautstark heulend auf dem Sofa. Erster Check: Keine blutenden Wunden, keine Beulen, die gestern noch nicht da waren, keine sonst sichtbaren Verletzungen. Hmmm…
Das große Blühwürmchen wischt mit einem Tuch irgendwas neben dem Mülleimer auf. Hmmm…
Ich: „Was ist denn passiert? Warum weinst du denn so doll? Tut dir etwas weh?“
Er: „Jaaaaa!!! Mein Herz!!!“
In meinem Kopf läuten die Alarmglocken und übertönen das Geschluchze des Blühwürmchens. Gibt es Herzinfarkte schon bei Fünfjährigen? Herzmuskelentzündung vielleicht? Rhythmusstörungen? Kann ich im Schlafanzug mit ins Krankenhaus fahren oder nimmt mir dann jemand mein Kind wegen akutem Assiismus weg? Wäre ich doch schon früher aufgestanden!
Ich: „Oh nein! Wie lange tut denn dein Herz schon so weh?“
Er: „Heul! Schluchz! Seit ich in meine Eichel gebissen habe?“
Ich: „Hä? Eichel? Welche Eichel?“
Er: „Meine Lieblingseichel! Schnief! Eichiiii….!!!“
Ich: „Wie reingebissen?“
Er „Ich wollte doch nur mal wissen, ob die schmeckt. Buhu! Ich hab sie nur ein bisschen angeknabbert und jetzt ist sie kapuuuuuuutttt!!! Und sie hat noch nicht mal geschmeckt!“
Ich: „Du isst Eicheln? Du probierst sonst nichts, kein Gemüse, keine Nüsse, keine Knödel – aber Eicheln? Wie kommst du denn auf sowas?“
Er: „Jetzt ist sie kapuuuuttt!!! Eichiiiii…!!!“
Was war passiert?
Die Kids hatten Eichhörnchen gespielt, waren durchs Wohnzimmer getobt und waren auf dem Treppengeländer herumgeklettert, immer auf der Suche nach Nahrung, denn das tun Tiere im Herbst nun mal. Der Sachunterrichtslehrerin der dritten Klasse meines Blühwürmchens muss ich hier mal ein dickes Lob aussprechen, denn es scheinen zumindest einige Inhalte ihres Unterrichts im Blühwürmchenhirn hängen zu bleiben. So wusste das Blühwürmchen auch, dass Eichhörnchen kein Brot und keinen Joghurt fressen sondern Früchte der Bäume. Die Kastanien waren allesamt verbastelt und die Blätter nicht attraktiv genug, also trafen sie die folgenschwere Entscheidung die Lieblingseichel des kleinen Blühwürmchens als Eichhörnchennahrung zu nutzen. Kein guter Plan, wie sie kurz danach feststellen mussten. Das kleine Blühhörnchen spuckte die Eichelreste leider neben den Mülleimer und fing sofort an zu heulen, das große Blühhörnchen war um Schadensbegrenzung bemüht und versuchte zumindest die Eichellüller vom Boden zu wischen, wenn sie den kleinen Bruder schon nicht trösten konnte. Dem blutete aufgrund des Verlustes sprichwörtlich das Herz.
Wir haben in der Folge alles versucht, um die Situation zu entschärfen. Wir haben angeboten neue Eicheln sammeln zu gehen, die Reste seiner angeknabberten Eichel in ein Döschen zu legen,… Zwei ganze Stunden lang hat das Blühwürmchen geheult, getobt und geschluchzt, bis er sich schlussendlich wieder beruhigen konnte. Wegen einer Eichel!
Ich werde noch wahnsinnig!
Wehe die spielen nächste Woche Hai und futtern die Oktopussy-Hose vom kleinen Blühwürmchen!
Stoff: Oktupussy von Lillestoff
Schnitt: Langes Hösli von Susi’s Kreation
Bilder hab ich selbst gemacht, Kind muss vertauscht worden sein. 😉





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