Jungbrunnen

Ich bin alt!
 
Eine Erkenntnis auf die mich nicht nur meine immer grauer werdenden Haare und meine zunehmende Lärmempfindlichkeit gebracht haben. Nein! Ich bin am Montag morgens aufgewacht und hatte „NACKEN“! So richtig schlimm „NACKEN“! Echt voll fies!
Ich hatte schon mal sowas Ähnliches, aber da wusste ich wenigstens woher das kam, nämlich von der ollen Schrulle, die mich beim Fußballspiel ganz mies gefoult hatte. Dabei bin ich so unglücklich auf die Schulter gestürzt, dass ich tagelang kaum schlafen konnte, weil jede Bewegung schmerzte. Da hatte ich aber immerhin jemanden, dem ich die Schuld geben konnte. Als ich mir kurz danach bei einem Spiel das Nasenbein angebrochen habe, weil ich mir einen Ball vom Oberschenkel genau unter die Nase gehauen hatte, konnte ich auch jemandem die Schuld geben, nämlich mir selber. Aber diesmal? Wer könnte Schuld sein? Das Bett? Das Wetter? Der Stress? Ich denke, es ist einfach das Alter! Irgendwer muss ja Schuld sein. 😛
Ich hätte diese Misere kommen sehen müssen. Meine Schüler haben da so Andeutungen gemacht, die mich im Nachhinein betrachtet der Wahrheit ins Auge hätten blicken lassen müssen:
 
1. Anzeichen:
Ein Schüler meldet sich mitten im Unterricht. Ich nehme ihn dran und denke an nichts Böses. Er: „Eine schöne Bluse hast du da an.“ Ich denke: „Das ist aber lieb! Ein bisschen geschleimt und passt überhaupt nicht zum Thema gerade, aber total lieb!“ Er: „Genau so eine hat meine Oma auch.“ 🙁
 
2. Anzeichen:
Wir sprechen im Sachunterricht über politische Themen. Ein Schüler möchte wissen wie alt Frau Merkel wohl ist. Ein anderer Schüler meldet sich und meint: „Die ist schon ganz schön alt, so wie Frau Österreich.“
 
3. Anzeichen:
Ich mache den Schülern im Sportunterricht eine Hockwende über einen großen Kasten vor. Die Schüler sind begeistert und applaudieren. Ein Schüler quakt dazwischen: „Kannst du auch einen Handstand-Überschlag?“ Ich: „Puuh, neee, ich glaube das schaffe ich nicht.“ Er: „Nicht so schlimm, Frau Österreich, in deinem Alter schaffe ich das auch nicht mehr.“
Nicht nur, dass sie mich ständig Frau Österreich nennen und natürlich duzen, nein, sie meinten das alle überhaupt nicht böse. So kann man noch nicht mal wirklich sauer sein. 🙁
 
Egal! Ich versuche einfach mal in Würde zu altern! Und wenn es mal ganz arg kommt, so wie mit dem Nacken gerade, dann suche ich mir Fotos raus, auf denen ich mich ganz jung fühle. 😉
Dieses Kleid ist kurz, eng und hoffentlich ohne Oma-Assoziationen.
Genäht habe ich eine „Ella“ von pattydoo aus dem wundervollen Lillestoff „Inked Flowers“. So sieht man auch noch mit 33 höchstens wie 32 aus. 😉

9 Kommentare zu Jungbrunnen

  1. Das Kleid sieht sehr süß und überhaupt nicht „alt“ aus. Steht dir sehr gut. Den Stoff habe ich auch im Regal, aber auf die Idee „Kleid“ bin ich noch nicht gekommen. Wäre wirklich eine Überlegung wert.

    Ich, als alte und erfahrene Frau mit fast 50 Jahren ;-), möchte dir einen Spruch einer damals für mich „alten“ Kollegin weitergeben, die furchtbar lachen musste, als ich mich mit Anfang 30 über mein Alter aufgeregt habe. Sie meinte damals, „die besten Jahre einer Frau sind zwischen 30 und 40, also hör auf zu jammern und genieße dein Leben“. Recht hatte sie 😉

    In diesem Sinne, liebe Grüße
    Melanie

  2. Ich bin auch 32 Jahre alt geworden dieses Jahr. Und die Wehwehchen nehmen zu das stimmt! 😀 Aber man ist nur so alt wie man sich fühlt! Das Kleid steht dir wunderbar.:)
    Liebe Grüße Nessa

  3. Dein Kleid ist super! Der Gürtel macht das Kleid nochmal schön besonders und hebt deine Taille schön hervor!!
    Den Schnitt hab ich auch hier liegen!:o)
    Achja werde bald 37 und erzähle jetzt seit drei Jahren erfolgreich das ich 35 werde. Mal sehen wann es meinem Umfeld auffällt -ICH sag erstmal nix? ;o)Ich fühle mich gut, so mit 35Jahren! ;o)
    LG Diana – Lilliqueen :o)

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