Manchmal wäre ich wirklich gerne ein wenig von der „Schwere“ los, die mein Hirn belastet und manchmal würde ich mir den ganzen Trubel sehr gerne mal von oben angucken und lächelnd über allem schweben, als ob es mich gar nichts anginge. Aber dafür bin ich einfach nicht gemacht. Ich bin immer mittendrin statt nur dabei, halte mich nie raus, muss mich gebraucht fühlen und bis zum Hals in Arbeit stecken, damit mein Leben so schön bunt bleibt, wie es nun mal ist.
Eigentlich mag ich es ja gerne so richtig bunt, aber diesen Stoff liebe ich gerade wegen seiner Schlichtheit so sehr.
„Schwerelos“ heißt der wunderschöne Lillestoff, der hier zu meinem persönlichen Lieblings-Sömmerkleed nach dem Schnitt von groeny geworden ist. Dazu habe ich noch die passenden „Buntstiftstreifen“ kombiniert, denn ein klein wenig Buntes muss dann doch immer dabei sein. 😉
Dem Blühwürmchen wünsche ich auf jeden Fall ein klein wenig mehr Leichtigkeit, ein bisschen mehr Wind unter den Flügeln und mehr schwerelose Zeiten als ich es mir für mich selbst zugestehe. Sie darf ruhig eine kleine „Little-Buddha-Version“ von mir werden und sich einfach mal zurücklehnen und die Welt auf sich zukommen lassen. Ich befürchte zwar, dass sie ebenso wie ich eher zum Ameisenvolk gehört, aber wer weiß was noch kommt.
Im Gegensatz dazu ist das kleine Blühwürmchen die Ruhe selbst. Klar trotzt er auch manchmal und ist ein echter Sportlertyp, aber er lässt sich nicht hetzen. Er braucht halt so lange er braucht und wenn die ganze Welt auf ihn warten muss, dann ist das eben so. 😉
Unsere Blühwürmchen sind da wirklich sehr verschieden, was eine kleine Anekdote von der Untersuchung mit zwei Jahren beim Kinderarzt eindrücklich zeigt:
Das große Blühwürmchen quasselte ohne Unterbrechung mit der Kinderärztin und mir. Sie kommentierte alles, war fröhlich, aufgeschlossen, machte toll mit. Sie schlief die Nacht nach der Untersuchung aufgrund akuter Beinschmerzen kaum.
Das kleine Blühwürmchen sagte nichts. Gar nichts. Er saß mit verschränkten Armen auf der Liege und machte ein grimmiges Gesicht. Die Kinderärztin versuchte ihn aus der Reserve zu locken und nach einigen Überredungsversuchen („Sag doch wenigstens mal „Mama“!“) sagte er „Neee, mach ich nicht!“. In der Nacht schlief er wie immer durch.
Im U-Heft vom großen Blühwürmchen steht: „Sehr gute Entwicklung.“
Im U-Heft vom kleinen Blühwürmchen steht: „Gute Sprachentwicklung (War ja auch immerhin ein Vierwort-Satz!), schwieriger Charakter.“
Ich bin davon überzeugt, dass das kleine Blühwürmchen eine gesündere Lebenseinstellung hat und dass seine Entwicklung deutlich reibungsloser und unkomplizierter verläuft. Wir beiden Mädels sollten uns manchmal ein bisschen mehr chillen und die Kinderärztin auch. 😉
Das bringt mich auch auf eine Idee… Bin dann mal nähen… 😉





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