Wo bleibt der Frühling?

Während das Wetter hier immer noch nicht so richtig einen auf Frühling machen will, arbeite ich weiter fleißig an der „Sommergarderobe“. Vielleicht lässt sich die Sonne ja so irgendwann mal wieder blicken.
Das schlechte Wetter schlägt uns allen auf die Stimmung und so kann man die Marotten der Kids noch schwerer ertragen.
 
Das kleine Blühwürmchen hat zusätzlich zu seiner Aversion gegen Grünzeug (Kräuter) auf Speisen mittlerweile komplette Nahrungsmittelgruppen von seiner Speisekarte verbannt. Gekochtes Gemüse, Soßen jeglicher Art, bestimmte Joghurt- und Brotsorten, Suppen, Butter, Margarine usw. gehören ab sofort nicht mehr zu seiner Ernährung dazu, findet er und ernährt sich hauptsächlich von Wasser, Blaubeeren, Tomaten, Gurken und trockenen Nudeln. Äpfel gehen nur noch die sauren Äpfel und Brot nur noch das Vollkorntoastbrot oder Rosinenbrötchen.
Ärgerlich für ihn, dass wir da nicht mitspielen wollen und ihn quasi nötigen auch anderes Brot zu essen. Eine bodenlose Frechheit sondergleichen, dass wir ihm nicht erlauben statt des Mittagessens den Süßigkeitenschrank zu plündern oder zum Frühstück Pudding zu essen. Knallhart sind wir da und wenn er unser Essen nicht essen mag, dann ist das eben Pech. Irgendwann ist der Hunger schon groß genug für Kartoffelbrei mit Fischstäbchen und von mir aus roher Gurke, Tomate und Paprika. Kann halt dauern bei ihm. So fünf bis sechs Stunden sind da ja gar nichts, in denen er brüllt, schreit, zetert und heult, dass die Wände wackeln. Nützt nichts, wir brauchen seine Zähne noch ein bisschen.
 
Das große Blühwürmchen kann solche Ausbrüche ihres Bruders nur schwer ertragen und versucht ihm beizustehen, wo sie kann. Sie schneidet ihm beispielsweise, wenn wir nicht aufpassen, das Vollkornbrot in kleine Stückchen, damit er es so trocken ohne Butter runterwürgen kann oder versucht ihm Rosinen in sein Zimmer zu schmuggeln, damit der arme Kerl nicht verhungert.
Natürlich haben wir es immer wieder im Guten probiert, haben auf ihn eingeredet, ihm die Speisen so zubereitet, dass er sie ganz sicher essen könnte, aber das half alles nichts. Wir haben ihn in den Fertigungsprozess mit einbezogen, ihn Kartoffeln und Möhren schibbeln und Kräuter aus dem Garten ernten lassen. Das macht er auch wirklich gerne, aber essen tut er es nachher nicht.
 
Was tun? „Aggressiv abwarten“ ist da unsere Devise, die wir von meinem damaligen Kinderarzt übernommen haben. Der hat einige Krankheiten auch durch aggressives Abwarten geheilt und uns nicht ständig mit Medikamenten versorgt, auch, wenn bei uns fünf Geschwistern eigentlich immer jemand krank war.
Ich gehe dann mal Abendbrot machen. Wir haben keinen Toast und auch keine Rosinenbrötchen. Das wird ein Spaß!
 
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Schnitt: Meeri von Susis Kreation
Stoff: Avalana Wellen von uns zu finden hier: https://shop.smalino.de/stoffe/skandinavische-stoffe/303/jersey-avalana-wellen-blau-skandinavischer-stoff?c=25
Plotterdatei: Papierboot von Treeebird

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