Käferliebe

Das kleine Blühwürmchen bringt mich momentan manchmal an den Rande des Nervenzusammenbruchs!

Er ist niemand, der sich künstlich über irgendwas aufregt und ruht in sich selbst, was ja eigentlich sehr positive Eigenschaften sind. Funktioniert aber leider nicht immer!

Ich: „Morgen hast du deine Schuluntersuchung. Da gehen wir zusammen hin.“
Er (ganz ruhig): „Nein!“
Ich: „Hä? Natürlich gehen wir da hin, sonst kannst du doch gar nicht in die Schule gehen.“
Er (noch genau so ruhig): „Nein!“
Ich: „Doch! Das war keine Frage, ob du mitkommen magst. Wir gehen morgen zu deiner Schuluntersuchung!“
Er (seelenruhig): „Nein!“

Und nun? Erpressung, Bestechung,…? Funktioniert nicht! Haben wir ALLES schon versucht. Sagt man sowas wie „Wenn du morgen gut mitmachst, dann darfst du dir danach etwas aus unserem örtlichen Spielzeugladen aussuchen.“, dann fängt er an zu weinen, weil er ja kein Spielzeug bekommen wird, weil er ja schon weiß, dass er da nicht gut mitmachen wird. Wenn man versucht zu schimpfen, dann sagt er einfach immer weiter nur mit einer Engelsgeduld „Nein!“.

Das Problem ist auch nicht, dass er nicht bei der Schuluntersuchung oder beim Schwimmbad oder beim Spielzeugladen oder sonstwo sein will, sondern, dass er einfach nicht „unterwegs“ sein möchte. Er mag keine Ortswechsel und das gestaltet sich im Alltag äußerst schwierig. An guten Tagen möchte er nur einfach nicht nach draußen gehen, an schlechten Tagen mag er auch nicht, wenn sein Schlafanzug seinen Körper verlässt oder dann am Abend seine Kleidung gegen den Schlafanzug getauscht werden soll. Er hasst Veränderungen!

Also wieder zurück zu unserem Schuluntersuchungs-Dilemma:
Unsere Lösung sah nun folgendermaßen aus:

1. Kombination aus Bestechung (Spielzeugladen, gemeinsames Frühstück beim Bäcker) und Erpressung (Kinder, die nicht zur Schuluntersuchung gehen, sind Babys und dürfen garantiert keine CDs für große Kinder hören. Also viel Spaß mit der Rolf-Zuckowski-Musik-Einschlaf-CD!).

2. Ganz früh aufstehen, ganz in Ruhe frühstücken, ganz viel Zeit zum Anziehen und um das Seelenleben ins Lot zu bringen.

3. GANZ RUHIG BLEIBEN! Wenn er so ruhig „Nein““ sagen kann, kann ich genau so ruhig „Doch!“ sagen. Mal sehen, wer am Ende den längeren Atem hat.

4. Diese Methoden nur bei Dingen anwenden, die wirklich, wirklich wichtig sind! Das „Grüne“ (Basilikum) von den Nudeln mitessen ist nicht wichtig, den Pullover „richtig-rum“ anziehen auch nicht! Aber zur Schuluntersuchung gehen ist wichtig, da lasse ich nicht mit mir verhandeln! Genau wie, dass man guckt, bevor man über die Straße läuft und sonst noch so lebensnotwendige Dinge.

Tatsächlich hat unsere Strategie weitgehend funktioniert. Er wollte zwar seine dicken Winterstiefel anziehen und nicht die für diesen Anlass extra erworbenen Schuhe, aber das war nicht wichtig. Er wollte sich nicht kämmen – mir doch egal! Er wollte mit dem Auto fahren und nicht die paar Meter zu Fuß gehen – Okidoki! Aber er ist mitgekommen, hat brav seine Aufgaben erledigt und hat kein einziges Mal „Nein!“ gesagt. Yeah!

Dafür sagte er abends Folgendes:

Ich: „Toll, dass du heute mit zur Schuluntersuchung gekommen bist.“
Er: „Hä? Hab ich doch gleich gesagt, dass ich da mitkomme!“

Arrrrrrrggg!!!

Stoff: Käferliebe (Minirest) und Streifen von Lillestoff
Schnitt: Meeri von Susi’s Kreation, Haleinsatz nach dem bald erscheinenden Tutorial von Lynead

Die Biene musste unbedingt mit aufs Bild, ich hab nicht gefragt warum!

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