Mein kleiner Außerirdischer

An genau diesem Tag vor genau fünf Jahren mussten wir warten!

Warten auf die Ärztin, warten auf das CTG, warten auf die Wehen, warten auf das zweite Blühwürmchen, einfach immer nur warten. Wir hatten das Warten so satt, aber das war dem kleinen Blühwürmchen völlig egal. Er wollte nicht raus. Nur mit ganz viel Überredungskunst und am Ende nur unter Zwang ließ sich das Blühwürmchen aus meinem Bauch herausholen. Ein ganz schöner Dickkopf!

 

Eigentlich hat sich bis heute daran nicht viel geändert. Am liebsten würde das Blühwürmchen niemals das Haus verlassen. Er würde einfach nur in seinem Zimmer, dem Bad und der Küche wohnen und sein Leben wäre perfekt.

Einkaufen? Das könnten wir gefälligst ohne ihn erledigen!
Schuhe anziehen? Warum, wenn er heute doch gar nicht zum Kindergarten gehen wird!?
Ins Auto einsteigen? Da führe er nur mit, wenn das Ziel vorher für blühwürmchentauglich befunden würde!

Tja! Manchmal hilft bitten und betteln, manchmal hilft Bestechung, manchmal hilft es ihn einfach zu schnappen und ihn ins Auto zu setzen (notfalls auch ohne Schuhe), manchmal hilft einfach gar nichts. Dann brüllt er immer noch wie ein Zweijähriger, mit dem Unterschied, dass der sich vermutlich nicht einfach wieder abschnallen könnte. Wir fühlen uns dann, als würden wir mit einem kleinen Außerirdischen diskutieren, der unsere Sprache nicht versteht und wir seine leider auch nicht.

Also warten wir wieder. Wir warten bis das Blühwürmchen aus seinem Zimmer getrottet kommt (nach dem zehnten Mal rufen), wir warten bis er seine Socken, Schuhe, Pulli, Jacke gefunden und angezogen hat, wir warten bis der Trotzanfall vorüber ist, wir warten bis er freiwillig ins Auto einsteigt und sich anschnallt.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man oft genau die Sorte Kinder bekommt, die man „verdient“ hat. Da ich von Natur aus ein eher ungeduldiger Mensch bin und gerne alles möglichst schnell und sofort erledigt hätte, wäre das kleine Blühwürmchen also mein „Ruhepol“, mein „Chill-mal-Mama-Kind“, mein „Hab-Geduld-mit-mir-Buddha“. Auch wenn mich das Warten manchmal wahnsinnig macht, so könnte ich ohne den kleinen Stubenhocker nicht sein. Das Leben würde an mir vorbeirauschen. Er sagt und zeigt mit jeder Faser seines Körpers wann Schluss ist. Schluss mit Hektik, Schluss mit Stress, Schluss mit Aufregung. <3

Das ist auch der einzige Grund, warum wir morgen an seinem Geburtstag keine Retourkutsche fahren werden. 😉 Wir lassen ihn nicht warten. Wir werden ganz früh mit ihm aufstehen und ihm seine Geschenke überreichen. Wir werden ihm einen Tag lang einfach das Zepter übergeben und ihn entscheiden lassen, ob und wenn ja zu welchem Zweck wir das Haus verlassen. Wir werden zur Not den ganzen Tag im Schlafanzug im Haus hocken und Pizza bestellen. 😉 Ich werde euch berichten, wie der Tag am Ende verlaufen ist. Ich bin selber sehr gespannt.

Das vorläufige Geburtstagsoutfit zeige ich euch schon mal vorsichtshalber, denn auf Fotos hat das Blühwürmchen an seinem Geburtstag vermutlich überhaupt keine Lust und ob er es wirklich anzieht ist ja auch fraglich. 😉

Die Schnitte sind allesamt von Susi’s Kreation:
Shirt: Meeri
Hose: Langes Hösli 2.0
Weste: Susi’s Weste 2.0

Zu den Stoffen:
Shirt: „Moon“ von Lillestoff
Hose: Den Stoff habe ich beim Fotowettbewerb von Lillestoff gewonnen und habe mich lange nicht getraut ihn anzuschneiden. Ich finde den wirklich total genial. Butterweich und trotzdem fest und strapazierfähig. <3
Weste: Steppsweat und Reißverschluss von Stoff -Truhe Ganderkesee

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