Zwischen den Jahren

„Zwischen den Jahren“ heißt bei uns auch „zwischen den Partys“.

Weihnachten beginnt bei uns immer schon am 23.12. mit einer Familienfeier in Andenken an den Geburtstag meiner Uroma. Dann geht die Feierei am Heilig Abend mit meiner Familie und am ersten Weihnachtstag mit Andres Familie weiter (wobei die Grenzen da mittlerweile wunderbarerweise verschwommen sind). Am zweiten Weihnachtsfeiertag machen wir noch ein paar Kurzbesuche bei Freunden und Verwandten (dieses Jahr haben wir da schon ein bisschen abkürzen müssen) und beginnen mit dem Einsortieren der Geschenke, waschen Wäsche,…. Von Mittwoch bis heute musste Andre arbeiten und ich hab hier das Kinder-Beruhigungsprogramm übernommen, denn nach der ganzen Aufregung muss hier erstmal wieder Ruhe einkehren. Sonntag ist Silvester und wir haben noch nichts vorbereitet. Das haben wir für morgen auf dem Plan stehen. Im nächsten Jahr hat dann erst die Große Geburtstag und Kindergeburtstag und dann feiern wir am 6.1. nochmal mit meinem Papa Weihnachtsbefana.

Das ist viel Feierei und die Nerven der Kids halten ja oft schon dem normalen Alltag nicht stand. Ich war also minütlich damit beschäftigt die Stimmung irgendwie aufrecht zu erhalten, habe Tränen getrocknet und versucht zu erklären, dass die Blühwürmchen mit Überraschungen überfordert sind. Ich wäre wohl eine super Diplomatin geworden. Eine künstliche Verlängerung der Spannung ist der Stimmung da leider nicht förderlich und so war bei uns eben schon um 16 Uhr Bescherung. Diese „romantische“ Vorstellung von überraschten, lächelnden Kindern, die sich nach dem langen Warten voller Vorfreude über die Geschenke hermachen, haben wir uns mittlerweile abtrainiert. Beide Kinder wissen ungefähr vorher, was es geben wird. Die einzige Überraschung ist, in welches Geschenkpapier es eingewickelt ist und das reicht für beide an Weihnachtsthrill. Mehr muss nicht und darf auch nicht! Und wenn ich ganz ehrlich bin: Ich kann seit Wochen kein Fernsehen mehr gucken, weil mir das alles zu spannend ist. Vom sonst so heißgeliebten Fußball gucke ich nur noch die Wiederholung, wenn ich weiß, wie die Spiele ausgegangen sind. Ich muss auch vorher wissen, was ich zu Weihnachten bekomme und freue mich nicht sonderlich über Überraschungsgeschenke. Allerdings habe ich es mittlerweile drauf, nicht lauthals loszuheulen, wenn ich überrascht werde und auch die Bauch- und Beinschmerzen in der Nacht nach so einem Anlass habe ich im Griff. Die Blühwürmchen brauchen dafür wohl noch ein paar Jahre.

Jetzt bin ich auf jeden Fall ziemlich müde und abgekämpft und wünschte mir manchmal, dass ich nicht so viel fühlen würde, wie ich fühle, dass ich auch einfach mal mein Ding durchziehen könnte, egal, ob die anderen das gut finden oder nicht, dass ich einfach nicht merken würde, was die anderen gerade denken. Andererseits wäre das auch schade, weil die Blühwürmchen dann niemanden hätten, der sie versteht und weil meine Schüler sonst garantiert nicht die Zuwendung bekommen könnten, die sie bekommen und weil ich dann nicht ich wäre. Deswegen wünsche ich mir ganz bescheiden einfach mal eine Nacht ohne Hirnschaschlik, ohne langes Grübeln und mit ganz viel Entspannung. Das müsste doch drin sitzen. Drückt mir die Daumen!

Und jetzt drehen wir dem ganzen Mimimi mal den Rücken zu und chillen ein wenig bis zur nächsten großen Feier, die ich und die Kinder nur mit Kopfhörern überstehen können, aber die liegen immerhin schon bereit. 

Schnitte:
Hose: „Longsväty“ ohne Teilungen und ganz schlicht
Shirt: „Pepe“ von mialuna und „Easy-Peasy-T“ von STOFFwechsel – Nähschule & Ebooks (ist eigentlich das Shirt vom Kleinen, aber passt der Großen irgendwie auch )

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